Stadtgeschichte von Bayreuth

Heute lässt sich nicht mehr genau zurückverfolgen wann zum ersten Mal im Bayreuther Raum gesiedelt wurde. Als Gründerväter gelten die Grafen von Andechs und zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird die Stadt 1194 als Baierrute. Die Burggrafen von Nürnberg erben 1260 das Bayreuther Herrschaftsgebiet und von nun an wird das Geschlecht "Markgrafen von Brandenburg-Culmbach" über 500 Jahre lang das Geschick der Region lenken. Bis 1603 spielt Bayreuth eine unter geordnete Rolle, denn der Residenzsitz liegt in Kulmbach. Das städtische Leben wird von Handwerkern bestimmt und immer wieder wird die Stadt Opfer von Überfällen, Kriegen, oder Seuchen. So fallen 1430 die Hussiten in die Stadt ein und zerstören sie, 1602 wütet die Pest. Doch 1603 wird Bayreuth Residenzstadt des Markgrafen Christian. Daraufhin florieren die Bauaktivitäten der Stadt. Das alte Schloss wird seiner neuen Rolle als Herrschersitz angepasst und umgebaut. Und waren früher die Bürger der Stadt Meist Handwerker, so ziehen immer mehr Hofbeamten zu.

Der 30 jährige Krieg bringt auch Bayreuth nichts Gutes. Zwar hatte der Markgraf zuvor versucht einen Ausgleich herzustellen, aber er wird in den Kriegsverlauf hineingezogen und so wird die Stadt von kaiserlichen Truppen heimgesucht. So geraten die Bauvorhaben ins stocken. Nach dem Krieg kehrt der Alltag nur langsam ein. 1701 wird St. Georgen als eigenständige Stadt in der Nähe von Bayreuth gegründet. Der späterer Markgraf Georg Wilhelm lässt hier zahlreiche Schlossbauten und ein Altenheim (Grayenreuther Stift) entstehen. 1811 endet diese Eigenständigkeit und St. Georgen wird eingemeindet.

Die besten Jahre der Stadt sind die Herrschaftsjahre des Markgrafenpaares Friedrich und Wilhelmine. Wilhelmine ist Kunstliebhaberin und die Schwester des Kaisers Friedrich des Großen. So fördert sie die Kunst und Kultur in Bayreuth und lässt in der Zeit von 1735-1763 viele prächtige Bauten, wie das Opernhaus, das neue Schloss, den Hofgarten und die Friedrichstraße erbauen. Für das Opernhaus, das als Europas schönstes erhaltendes Barocktheater gilt, wurde eigens ein Opernensemble unterhalten. Auch gibt es von nun an eine Ballett- und eine Schauspielgruppe. 1742 gründet der Markgraf Friedrich eine Universität in Bayreuth (die heutige Universität Erlangen) und 1756 folgt die Kunstakademie.
Der Fürst ist ein gebildeter, kultivierter Staatsmann und an seinem Hof verkehren sehr gerne französische und italienische Künstler. Zudem sammelt der Markgraf Gemälde, Antiquitäten und Porzellan. Diese Sammlung hat die verbleibende Zeit bis heute leider nicht als Ganzes überdauert, denn durch die politischen Begebenheiten Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie geplündert oder zerstört.

1769 erbt der Markgraf von Ansbach das Fürstentum, dadurch verliert Bayreuth seine Stellung als Residenzstadt. 1792 ändern sich wieder die Herrschaftsverhältnisse in der Stadt, von nun an ist sie preußisch. Die kurze preußische Phase, insgesamt 14 Jahre, bringt der Stadt Karl August von Hardenberg als Provinzgouverneur und Alexander von Humboldt als Bergbaudirektor.

Im Zuge der napoleonischen Kriege wird Bayreuth 1806 von Napoleons Truppen besetzt. Diese pressen aus der Stadt immer wieder neue Kriegskontributionen. 1810 kehrt wieder Ruhe ein, denn von nun an ist die Stadt Teil des neuen Königreich Bayerns und hat somit wieder eine geordnete Verwaltung.
Das Amt des Bürgermeisters wird ab 1818, wie in ganz Bayern, ein hauptberufliches. Die Grundlage dafür ist die Gemeindeordnung. Auch wird Bayreuth Sitz der Regierung des Obermainkreises. Aus dieser wird später die Regierung von Oberfranken. Die Zeit der Industrialisierung bricht in Bayreuth nur ganz langsam an. Schuld daran ist, dass die Stadt keinen eigenen Eisenbahnanschluss erhält und so siedelt sich die neue Industrie lieber woanders an. Von daher sind es hauptsächlich Spinnereien und Brauereien die hier produzieren.

Aus dem Schattendasein einer kleinen Industriestadt tritt die Stadt als 1876 die Richard-Wagner-Festspiele beginnen. Der Komponist war bereits 1873 in die Stadt gezogen, und die Vertreter der Stadt erhoffen sich durch sein Wirken eine Belebung und Weiterentwicklung für die Stadt. Die Richard-Wagner-Festspiele entwickeln sich zu einem großen Erfolg, denn auch nach seinem Tod führt seine Frau Cosima die Festspiele weiter. Und ab 1888 gehört es zum guten Ton der europäischen Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Kultur die Festspiele zu besuchen. Die Zeit des Nationalsozialismus lässt Bayreuth eine ganz besondere Rolle zukommen. Da Richard Wagner ein von Hitler verehrter Komponist war, wird die Stadt seiner Festspiele zum Kraftzentrum des Nationalsozialismus. Gern begrüßt man die Nazispitzen zu den Festspielen.

Am Ende des Krieges wird die Stadt zu einem Drittel von Alliierten Luftangriffen zerstört, dabei sterben 1000 Menschen. Doch die Stadt beginnt schon bald mit dem Wiederaufbau und so finden 1951 wieder die Richard-Wagner Festspiele statt. 1975 wird wieder eine Universität eröffnet, und heute ist Bayreuth mit 74.000 Einwohnern die größte Stadt in Oberfranken.